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Streik bei
Gate Gourmet ... |
Mit 113 Airport-Küchen und 22.000 Beschäftigten ist Gate
Gourmet der zweitgrößte Flugcaterer der Welt. Seit dem
Konkurs von Swissair 2002 ist
die Firma im Besitz der in den USA beheimateten exas Pacific
Group. Deren rücksichtloses Vorgehen, wenn es darum geht die
Renditen für ihre Anleger zu steigern, machte schon in London
Heathrow Schlagzeilen. Die Texas Pacific Group ist eine
klassische "Heuschrecke", die Firmen aufkauft, ohne Rücksicht
auf die Beschäftigten umbaut und dann mit Gewinn wieder
verkauft.
Obwohl die Kosten des Streiks den Aufwand einer Lohnerhöhung
bereits jetzt um ein Vielfaches überschreiten, bleibt der
Arbeitgeber bei seiner kompromisslosen Haltung. Es hat den
Anschein, als soll hier ein Exempel statuiert werden und das
Grundrecht auf Streik ausgehöhlt werden. Bisheriger Höhepunkt:
Am 07. Dezember widerrief der Arbeitgeber ein am Tag zuvor mit
Unterstützung des Landesschlichters erzieltes
Verhandlungsergebnis.
www.ngg.net |
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Das
Montagsdemolied |
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von
Klaus dem Geiger
Montagsdemo, Montagsdemo,
Montagsdemo angesagt,
für jeden der den Hartzer
Käseburger langsam nicht mehr mag Sonntags nie, doch Montags
immer geht es endlich wieder und!
Lauft nicht weg, lauft lieber mit!
Das hält fit und ist gesund.
Kaum ist unser Ruf verflogen, hört
man schon ein'schrillen Schrei
Und Politiker von oben sind
natürlich mit dabei:
Seht die Arbeitslosenkrüppel, wie
sie gegen uns marschiern
und die Montagsdemostrierer von 89
diffamiern!
Hartz ist richtig, Hartz is
wichtig, Hartzer Käse is gesund,
Esser, Fresser, Ackermänner werden
dabei kugelrund.
Harzer Käse gab's da drüben, würd
ich sagen, auch zuhauf,
Der stank anders, doch er stank
genau wie hier nach Machtmissbrauch.
Und das Volk sitzt in der Kiste:
Wo ist da der Unterschied?
Hier das Geld und da die Piste:
Hau mal (A)ab: Was dir dann blüht!
Arbeitgeber, Global Player: Im
Kopp nix als Wichs-Profit!
Eig'nlich seid ihr Arbeitnehmer:
nehmt die Arbeit mal kurz mit.
Klaptt' nicht hier, dann anderswo;
wo, ist euch egal;
Arbeitskraft ist das Geschäft, und
das läuft global.
Hauptsache, das Volk, das pfuscht
euch möglichst nicht in das Geschäft.
Doch wenn's hier so weitergeht,
dann steht's dadrum aber schlecht!
Hausbesetzer werden munter,
Rentner wachen auf,
Jung u nd alt tun sich zusammen un
sin riesig drauf!
Refr: Montagsdemo.....
All ihr Schröders, Merkels,
Stoibers, Westerwelles, Fishermans:
Marionetten an den Schnüren von
der deutschen Hochfinanz,
All ihr Lügner und Betrüger in dem
Geld- und Medien-Rott:
Eins ist klar: das Volk sind wir!
Ohne uns, da seid ihr tot.
Nur wir haben ein Problem, wie wir
uns das Wir versaun:
Jeder meint, er wär gern King oder
müsste dir misstraun.
Bums! da schlägt die Falle zu:
jeder hockt in seiner Kist'
Bild-Zeitung (od.: Express, der
sorgt) fürs Wir-Gefühl
und jeder weiß: Das is Beschiss.
Wir sind das Volk: Das ist
pervers! Und kommen trotzdem auf den Hund,
Drum Montagsdemo angesagt, das
hält dich fit und macht gesund.
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag;
Freitagdemo auch!
Samstach mach mer Feierabend un
Sondach für dä Bauch!
Refr: Montagsdemo...
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Bericht aus
Köln: |
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Viele Hartz IV-Betroffene sind bekanntlich davon bedroht,
umziehen zu müssen - in billigere Wohnungen, die es in Köln
nicht gibt. Und in Köln-Deutz ist gleichzeitig der Abriss
einer Vielzahl intakter Wohnungen geplant!
Es geht um die Wohnbebauung zwischen Messe und Deutzer
Bahnhof. Von der S-Bahn aus kann man die Häuser gut sehen -
einige Wohnungen stehen schon leer.
Zwar werden Ersatzwohnungen für die Bewohner dieser Wohnungen
gebaut. Aber von dem Geld könnte man natürlich genauso gut
zusätzliche neue Wohnungen bauen, um den Kölner Wohnungsmarkt
zu entlasten!
Der Abriss dieser Wohnungen ist ein Skandal angesichts des
Wohnungsmangels und der vielen Obdachlosen in Köln!
Auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten ist es schlimm, was
da passiert. Da entsteht jetzt nämlich ein riesiges, ödes
Ghetto aus Messe, Hotels und Bürobauten. Und das praktisch im
Zentrum von Köln! Diese Wohnbebauung in der Nähe der Messe ist
ein städtebaulicher Glücksfall und sollte gepflegt und
erweitert werden! Aber der aktuellen Kölner Politik fällt
nichts anderes ein, als völlig intakte Wohnhäuser platt zu
machen.
Wieder einmal wird deutlich:
Das Geld ist da, aber es ist in den falschen Händen! Köln
schafft es, alle vorhandenen sozialen wie auch städtebaulichen
Chancen nicht nur zu ignorieren, sondern systematisch zu
zerschlagen!
einige Daten:
- in Köln 77.000 Arbeitslosengeld-II (Hartz IV)- Empfänger
- und nur 2.300 offene Stellen
- in Köln sind 4.000 1€-Jobs vorgesehen
- davon 1.000 für junge Leute unter 25 Jahren bei
ausgewählten Trägern
- 1€-Job-Träger erhalten bis zu 800€ pro "Stelle"! Die
Organisationen sind geradezu "geil" darauf
- in Berlin stieg die Zahl der Hartz-IV-Haushalte von
225.000 auf 292.000 an. Dahinter steckt die Angst vor
Anrechnung!
- die Erhöhung der Mehrwertsteuer
von 16% auf 18% wird immer wahrscheinlicher (CDU/CSU)!
Das träfe vor allem die Ärmsten am meisten !!!
- Rentenalter steigt weiter von 65 auf 67 Jahre ab 2011
- die Durchschnittsrente liegt jetzt noch knapp über
1.000€, demnächst darunter.
- Spitzensteuersatz soll von 42 (zahlt eh niemand!) auf
39% runter
- Eingangssteuersatz fällt von 15 auf 12%
Wer weitere interessante Daten in Kurzform hat - immer her
damit! Wir wollen so langsam einen Datenstamm zusammen sammeln
info@koelner-sozialforum.de
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Warum sind die Kassen leer?
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Seit Jahren hören wir "Die Kassen sind leer."
Gleichzeitig wurde eine teure und überdimensionierte
Müllverbrennungsanlage gebaut. Die Rechnung inklusive
der Profite für RWE, Trienekens & Co. und der Schmiergelder
an die Polit- Mafia bezahlen wir heute mit hohen Müllgebühren.
Für das Technische Rathaus in Deutz hat sich die Stadt
über 30 Jahre zur Zahlung hoher Mieten und Betriebskosten
an die Betreiber der Kölnarena verpflichtet - zum Wohle
der privaten Investoren des Projekts: dem Esch-Fond der Oppenheim
Bank.
Während in den Veedeln sozialer, kultureller und jugendpolitischer
Kahlschlag geplant ist, werden auf der anderen Seite Millionen
für die Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt,
für die Infrastruktur rund ums neue Stadion, den Rheinauhafen
oder den ICE- Terminal Deutz veranschlagt.
Während von Friedhofsgebühren bis Zweitwohnungssteuer
über höhere Abgaben beraten wird, während Sozialhilfeempfängern
immer weitere Kürzungen zugemutet werden, ist eine Erhöhung
der Gewerbesteuer für Unternehmen tabu - sie ist seit
16 Jahren auf dem selben Stand eingefroren! Von welchen anderen
Gebühr oder Steuer hat man dies je gehört?
Nur die Reichen können sich eine arme Stadt leisten
- wir nicht. Wir haben genug von der Politik der Umverteilung
von unten nach oben.
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Unsere verantwortlichen Co-Manager |
Frankfurter Rundschau v. 1.2.2005
ARBEITSMARKTREFORM
DGB und VhU:
Beiräte sollen Umsetzung stützen
Frankfurt · 31. Januar · hik · Beiräte sollen in allen Regionen
Hessens die Umsetzung der Arbeitsmarktreform Hartz IV
unterstützen. Das haben der Chef des Deutschen
Gewerkschaftsbundes Hessen, Stefan Körzell, und Volker
Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Verbands hessischer
Unternehmer (VhU), in einer gemeinsamen Erklärung gefordert.
Beide Funktionäre sprechen sich außerdem gegen die Einführung von
Ein-Euro-Jobs in der Privatwirtschaft aus. Grundlage für die
Beiräte ist das neue Sozialgesetzbuch SGB II, das die
Grundzüge der Arbeitsmarktreform Hartz IV enthält. Es sieht
vor, dass die Arbeitsagenturen mit Gewerkschaften,
Arbeitgebervertretern oder Kammern zusammenarbeiten. Bislang
gibt es in Hessen noch keinen dieser Beiräte. In einem
Vorgespräch unter anderem mit VhU, Sozialministerium und
Regionaldirektion der Arbeitsagentur sei die Einrichtung aber
beschlossen worden, sagte VhU-Pressesprecher Ulrich Kirsch.
VhU und DGB böten "die volle Unterstützung" und die Mitarbeit
ihrer Organisationen: "Wir haben ein gemeinsames Interesse,
und wir sind der Meinung, dass wir über ein gerüttelt Maß an
Expertise verfügen."
Die Sprecherin des hessischen DGB, Marita Eilrich, sagte, die
Beiräte seien ein zusätzliches Kontrollinstrument: "Wir wollen
sicherstellen, dass wir vor Ort Einfluss nehmen können." Einig
sind sich DGB und VhU außerdem in der Kritik an der Einführung
von Ein-Euro-Jobs in der Privatwirtschaft. Anfang Januar hatte
dies der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und
Handelskammertags, Martin Wansleben, gefordert.
Ein-Euro-Jobs dürften keine Billiglohngruppe schaffen, die
sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verdränge:
"Das kann niemand wollen", sagte Kirsch. "Denn auf Dauer hätten wir
subventionierte Arbeitsplätze, und das würde zu Verzerrungen
im privatwirtschaftlichen Markt führen", so Ulrich Kirsch.
Man kann gar nicht so viel fressen, wie man
kotzen möchte.
Hierzu
nehme man noch das Verhalten von Verdi zu den Aktionen
"Agenturschluss" (3. Januar) und "Widerspruchstag" (31. Januar)
sowie die Berichte um die Zahl der Widersprüche zu
Alg-II-Bescheiden in der Presse, wozu Verdi-Sprecher mit
konstanter Bosheit die Erwerbslosenbewegung beschuldigen, sie
greifen die treuen Gewerkschaftsmitglieder an, die in
Arbeitsagenturen ihren Job machen. Ein irrsinniges Verständnis
von Interessenvertretung! Sie vertreten nicht die Interessen der
KollegInnen, sondern die der Chefs (im übrigen natürlich auch
die der Speichellecker).
Einer
Rechtssekretärin von Verdi habe ich mal die Internet-Links und
Flugblätter von BAG-SHI, Tacheles usw. empfohlen. Sie sagte, sie
halte sich lieber an etwas "Seriöses" (d. h., was sie in
Gewerkschafts-seminaren für Funktionäre/innen lernt)! Man kann
derzeit Alg-II-BezieherInnen nur davor warnen, sich auf
gewerkschaftlichen Rechtsschutz (allein) zu verlassen. Wo es
möglich ist, müssen Beratungsstellen (jedenfalls zusätzlich) in
Anspruch genommen werden, die sowohl von Arbeitsagenturen als
auch von Gewerkschaften unabhängig sind. |
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Diskussion über die Hintergründe |
| "Hans-Dieter Hey" <nc-heyha4@netcologne.de>
schrieb am 05.02.05 11:10:36 über die Mailingliste
sofo-koeln@ilpostino.jpberlin.de
Liebe "KollegInnen"!
In den angelsächsischen Medien war gestern zu vernehmen, dass
wir in Deutschland die höchste Zahl der Erwerbslosen seit den
30er Jahren haben. D.h., diese Regierung verschweigt den
Bürgerinnen und Bürgern das wahre Ausmaß des Desasters und
belügt sie. Eine weitere glatte Lüge ist die ewig aus der
Klamottenkiste herausgezogene Mär von den 100.000en nicht
besetzter Stellen, an denen selbstverständlich die Erwerbslosen
schuld sind (natürlich handelt es sich hier um Stellen, die es
gar nicht gibt). Dabei sind die Bruttogewinne aller 30
DAX-Untenehmen im letzten Jahr um 112 % (hundertzwölf !!!!)
gestiegen, während die Armut immer verheerendere Ausmaße
annimmt..
Wir nähern uns einer
faschistoiden Situation ähnlich Ende der
20er/Anfang der 30er Jahre (vgl. u.a. "Blätter für deutsche und
internationale Politik, Ausgabe 1-05).
Das Problem rückt näher!
Gruß von Hans-Dieter
Lieber Hans-Dieter,
vielen Dank für Deine Mail mit den
Aktuellen AL-Zahlen
sowie
dem Hinweis auf die Fälschung der Statistiken. Ich lese oder
überfliege viele von den Mitteilungen, die Du über den SOFO-Verteiler schickst. Dabei sind mir mehrmals Deine Verweise
auf Parallelen mit der Weimarer Republik sowie Warnungen vor
einem neuen Faschismus in Deutschland aufgefallen.
Ich nehme Deine letzte Mail zum Anlass, um Dir und den
anderen Lesern meine Meinung und damit auch eine
Kritik am Umgang mit den genannten
Vergleichen zu erklären.
In der verkürzten Form, wie du die Gegenwart mit der
Vergangenheit vergleichst entsteht der Eindruck, die große Zahl
von Arbeitslosen sei verantwortlich für den Faschismus in
Deutschland gewesen. Das ist meiner Meinung nach falsch. Die
Kapitalistenklasse kann sehr gut mit einer noch größeren Zahl
von Arbeitslosen leben, ohne die Gesellschaft faschistisch zu
organisieren. Entscheidend ist, ob von den sozialen Spannungen,
die durch die Arbeitslosigkeit (bzw. Erwerbslosigkeit!) einer
breiten Schicht der Bevölkerung entstehen, eine Gefahr für das
bestehende System ausgeht. Mit anderen Worten: Sind die
Arbeitslosen friedlich in ihrer misslichen Lage, oder
organisieren Sie Widerstand gegen die Ursache für Ihre
Arbeitslosigkeit, nämlich den Kapitalismus.
In der Weimarer Republik hatten die Arbeitslosen eine Partei,
nämlich die KPD, die gegen den Kapitalismus anrannte und die
herrschende Klasse bedrängte. Die KPD war mit all ihren Fehlern
eine stumpfe Waffe, aber sie bedrängte die Herrschenden so sehr,
dass ein Sturz des Kapitalismus in Deutschland mehrmals möglich
erschien. Nur dieser Umstand zwang die Kapitalisten, die
Gesellschaft so zu verändern, dass die Organisationen der
Arbeiterklasse zerschlagen werden konnten. Sie nahmen dabei in
Kauf, einen Teil ihrer politischen Macht zu verlieren, um ihre
wirtschaftliche zu erhalten.
Heute ist Deutschland weit davon entfernt, dass die sozial
deklassierten Schichten eine schlagkräftige politische
Organisation haben, die in der Lage ist auch einen Teil der
nicht deklassierten Arbeiterklasse zu beeinflussen und
mitzureissen. Daher sind die Herrschenden auch so selbstbewusst
und frech und können jede Schweinerei durchziehen, die sie sich
vornehmen.
Faschismus wollen zur Zeit nur die Faschisten selbst haben.
Aber die wollen das immer, darum sind sie Faschisten. Sie wollen
den Faschismus aber nicht wegen der wirtschaftlichen Macht,
sondern wegen einer Ideologie aus Menschenverachtung und
Rassismus. Daher sind die Faschisten bei der Errichtung des
Faschismus nicht so entscheidend, wie die Herrschende Klasse,
nämlich die Kapitalisten.
Gleichwohl stellen die Faschisten heutzutage eine Bedrohung
für viele Menschen dar, die man nicht verharmlosen darf.
Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderte, Obdachlose,
JüdInnen usw. sehen sich einer wachsenden Bedrohung durch
faschistische Schläger ausgesetzt. Die Herrschenden lassen die
Faschisten ein Stück weit von der Kette, um uns abzulenken und
zu stören, um uns zu zermürben und zu spalten. Denn in
Abwesenheit einer linken Alternative werden auch Teile der
Arbeiterklasse in den Bann des Faschismus gezogen, oder: Durch
die rechte Politik der Arbeitnehmervertreter, inbesondere der
Gewerkschftsführer, die sich weigern, Widerstand gegen die
Schweinereien der Kapitalisten zu organisieren, werden die
politisch rückständigsten Teile der Arbeiterklasse in die Arme
der Faschisten getrieben. Die Wahlergebnisse der letzten Jahre
zeigen, dass Widerstand und Protest schwer von linken Projekten
zu organisieren ist, sondern zur Zeit eher als rechte
Eigenschaft angesehen wird.
Ich möchte an dieser Stelle meine Argumentation beenden, weil
ich glaube, dass meine Stossrichtung deutlich wird. Ich will
nicht die Gefahr von rechts verharmlosen, aber ich wehre mich
gegen falsche kausale Zusammenhänge. Faschismus kann nicht jeden
Tag vom Himmel fallen. Auch nicht in Deutschland. Man muss aus
der Geschichte die richtigen Lehren ziehen, um zu vermeiden, sie
erneut erleben zu müssen. Nicht Sozialfaschisten, nicht rechte
Gewerkschaftsführer und auch nicht die Faschisten selbst sind
der größte Feind der Arbeiterklasse. Das sind nämlich die
Kapitalisten, die große Bourgeoisie, die Shareholder und die
Lenker der Multis. Sie stehen hinter den Faschisten, wie John
Heartfield es in seiner berühmten Fotomontage richtig
visualisiert hat. Sie entscheiden, ob eine Gesellschaft
faschistisch werden soll, oder nicht. Ob es ihnen gelingt liegt
in unseren Händen, wenn wir es schaffen, die Arbeiterklasse
hinter einem antikapitlistischen Programm zu einigen.
Mit solidarischem Gruß
Johannes Bauer |
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